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Liebenzeller Gemeinschaft will ihr Gemeindezentrum in Backnang erweitern – Mitglieder finanzieren das Projekt mit Spenden

Während viele Kirchengemeinden unter Mitgliederschwund leiden, freut sich die Liebenzeller Gemeinschaft in Backnang über großen Zulauf. Weil das 40Jahre alte Gemeindehaus zu eng geworden ist, will die christliche Gemeinschaft neu bauen.

 

BACKNANG. Die Kacheln auf dem Boden sind dunkelbraun, die Küchenschränke grün und die Deckenpaneele leuchten in grellem Orange – das Gemeindezentrum der Liebenzeller Gemeinschaft an der Annonaystraße atmet unübersehbar den Charme der 70er-Jahre. „Unser Gemeindezentrum war damals eines der schönsten und modernsten weit und breit“, erinnert sich Karlheinz Schenk. In weiser Voraussicht hatte die Gemeinde, die damals aus etwa 60 Gläubigen bestand, auch gleich einen Saal mit 120 Plätzen gebaut. 40 Jahre hat das gereicht, nun ist er aber doch zu klein geworden.

Eine offizielle Mitgliederliste gibt es bei der Liebenzeller Gemeinschaft zwar nicht, aber Pastor Johannes Wegner schätzt, dass sich mittlerweile zwischen 250 und 300 Personen zur Gemeinde halten. Und im Gegensatz zur Amtskirche sind darunter kaum Karteileichen: Beim Gottesdienst am Sonntagmorgen platzt der Saal deshalb regelmäßig aus allen Nähten. „Die Leute sitzen auf den Fensterbänken und im Foyer“, erzählt Schenk. Auch für die sechs Kinder- und Jugendgruppen, die sich parallel zum Gottesdienst treffen, reichen die Räume kaum.

Deshalb gibt es in der Gemeinde schon seit längerer Zeit die Idee, ein neues Gemeindezentrum zu bauen. In den vergangenen drei Jahren haben sich Vertreter der Gemeinde zahlreiche Grundstücke in Backnang angeschaut. Ein Bauplatz, der sowohl geeignet als auch bezahlbar gewesen wäre, war aber nicht darunter. So kam man am Ende zum Entschluss, am bestehenden Standort zu erweitern.

Dafür soll ein Teil des heutigen Parkplatzes überbaut werden, was aber nur möglich ist, wenn dafür Stellplätze an anderer Stelle geschaffen werden. Die sollen auf einer städtischen Grünfläche auf der gegenüberliegenden Seite der Annonaystraße entstehen. Nach Angaben von Stefan Setzer, Leiter des Stadtplanungsamtes, hat der Gemeinderat Bereitschaft signalisiert, dieses Grundstück an die Liebenzeller Gemeinschaft zu verpachten. Falls der Platz reicht, würde die Gemeinde dort auch gerne noch eine Freifläche unterbringen, auf der die Kinder- und Jugendgruppen spielen und Sport treiben können und wo auch mal ein Gemeindefest stattfinden kann. Früher hatte die Liebenzeller Gemeinschaft dafür eine Fläche auf dem Grundstück der benachbarten Villa Adolff gepachtet. Der neue Eigentümer der Villa, die Firma Riva, habe diesen Vertrag aber gekündigt, berichtet Schenk. Seitdem fehle der Gemeinde ein entsprechender Platz.

Noch steht die Planung des neuen Gemeindezentrums ganz am Anfang. Soll das bestehende Gebäude abgerissen werden oder genügt ein Anbau? Soll der große Saal künftig Platz für 200 oder sogar für 400 Besucher bieten? Und was passiert mit dem angrenzenden „Predigerhaus“, in dem sich ebenfalls Gemeinderäume befinden? All diese Fragen sind noch zu klären. Im Moment ist eine „Arbeitsgruppe Gemeindezentrum“ dabei, verschiedene Varianten zu erarbeiten. Die reichen von einer bescheidenen Version mit 300 Quadratmetern zusätzlicher Fläche bis zur XL-Lösung mit 1000 Quadratmeter Zuwachs. Gemeinsam mit einem Architekten soll geprüft werden, was auf dem Grundstück möglich und auch finanzierbar ist. „Wir brauchen die Kreativität des Planers“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe, Ralph Schneider. Auch ein mehrstöckiger Bau sei denkbar.

Schneiders Ziel ist es, den Mitgliedern bis zum Herbst konkrete Pläne präsentieren zu können. Was am Ende gebaut wird, werde basisdemokratisch in der Gemeindeversammlung entschieden, erklärt Pastor Wegner. Schließlich sind es auch die Mitglieder, die den Bau bezahlen müssen, denn die Liebenzeller Gemeinschaft erhält keine Kirchensteuer (siehe Infokasten). „Wir finanzieren uns zu 100 Prozent über Spenden“, sagt Karlheinz Schenk. Trotzdem hat er keine Sorgen, dass die Millioneninvestition am Geld scheitern könnte: „Wenn die Gemeinde das will, dann klappt es auch. Es gibt in unserem Verband kein Bauprojekt, das wir nicht vollenden konnten. Die meisten waren sogar deutlich früher abbezahlt als geplant.“ Wobei die Gemeinschaft ihre Bauprojekte grundsätzlich ohne Bankdarlehen finanziert. Falls nötig, gewährt die Zentrale in Bad Liebenzell Kredit. Zu viel Sparsamkeit beim Bau wäre aus Schenks Sicht nicht sinnvoll, denn jetzt gehe es darum, die Gemeinde für die nächsten 20 bis 30 Jahre zukunftsfähig zu machen. Die positive Entwicklung der Gemeinschaft dürfe nicht an der räumlichen Enge scheitern. Denn eines sei klar: „Wenn wir hier keinen Platz haben, dann bleiben auch die Leute irgendwann weg.“

 

Von Kornelius Fritz

www.bkz-online.de/node/1035168